Together Forever…Oder doch lieber nicht?!

Wer wünscht es sich nicht? Den einen richtigen, bei dem einfach alles passt. Den Mann mit dem man den Rest seines Lebens verbringen kann, natürlich ohne dass es langweilig wird. Gerade wenn ich mich mit Singles in meinem Alter unterhalte, höre ich immer wieder den Satz, dass der nächste bitte dann auch endlich “Mr. Right” sein sollte oder eben auch “Der Letzte”. Und das der Wunsch besteht endlich mal anzukommen oder zur Ruhe zu kommen. Natürlich in den Armen von Mr. Right… Ich glaube gerade wenn der Wunsch nach Familie und Kindern aufkommt, wächst automatisch auch der Wunsch nach dem einen richtigen Mann. Dem Partner in Crime. Dem man bis ans Ende des Lebens treu ist und den natürlich auch keine andere Frau je wieder interessieren wird. So richtig Bonnie & Clyde mäßig;-)

Genau diese Vorstellung hatte ich auch lange Zeit. Das der eine für mich perfekte Mann um die Ecke kommt und ich so richtig Hollywood like glücklich bis ans Ende meiner Tage sein werde. Und am Anfang jeder meiner vergangenen Beziehungen hatte ich natürlich das Gefühl, dass es jetzt endlich soweit ist. Finally Found it, Together Forever…Und der neue Partner auf jeden Fall endlich “Der Richtige” wäre. Ich muss aber sagen, dass ich diesen Anspruch inzwischen gar nicht mehr habe. Zum einen habe ich kein Problem damit “alleine” zu sein, was ich eigentlich auch eh nie wirklich bin, und zum anderen bin ich wirklich unsicher ob es eine glückliche Beziehung für die Ewigkeit überhaupt wirklich geben kann.

Lange Beziehungen erfordern immer eine Menge Arbeit um sie irgendwie am laufen zu halten. Und ich bin sicher, dass es extrem viele langjährige Beziehungen gibt, in denen eigentlich schon lange keiner mehr so richtig glücklich ist. In denen die unglücklichen Phasen schon lange die glücklichen überwiegen und es eigentlich nur noch eine Last ist. Jedoch fällt der Absprung nicht leicht. Weil man hatte ja das gemeinsame Ziel das gesamte restliche Leben miteinander zu verbringen. Man will nicht nochmal ganz von vorne anfangen. Nicht alles hinwerfen. Kurz gesagt will man sich das Scheitern einfach auch nicht eingestehen. Zudem ist es meistens auch noch ziemlich umständlich sich zu trennen und bequemer es einfach zu lassen. Aber ist das denn überhaupt ein Scheitern?? Hat man zu wenig gearbeitet an der Beziehung? Hat man alles zu sehr schleifen lassen und ist nun selbst Schuld? Schuld daran, dass es bei einem selbst einfach nicht so richtig zu klappen scheint?

Ich denke nein. Für mich ist es das wichtigste im Moment glücklich zu sein. In der Gegenwart. Ich möchte gerne im hier und jetzt leben. Losgelöst von irgendwelchen gesellschaftlichen Vorstellungen zu der perfekten Beziehung bzw. dem standardmäßig vorgegebenen Weg und Lebensmodell. Ich habe teilweise das Gefühl, dass eine glückliche Beziehung inzwischen fast schon eine Art Prestige Objekt in unserer Gesellschaft geworden ist. Das sich sogar gute Freunde untereinander was vormachen um auf diesem Gebiet nicht als Loser darzustehen.

Doch ist eine Beziehung für die Ewigkeit denn überhaupt unter allen Umständen erstrebenswert? Wer heute für mich Mr. Right ist, muss es in 5 Jahren nicht mehr unbedingt sein. Ich möchte eigentlich auch gar nicht “ankommen”, ich möchte mich kontinuierlich weiterentwickeln. Ankommen hört sich für mich irgendwie ziemlich nach stillstand an. Ich möchte einfach glücklich sein, Spaß haben, coole Sachen erleben und viel Lachen. Natürlich möchte ich das am liebsten zusammen mit jemanden erleben den ich liebe und der mich eben auch “zurück liebt”, aber trotzdem kann man nicht sicher stellen, dass man sich innerhalb einer Beziehung in die gleiche Richtung entwickeln wird.

Man kann sicherlich daran arbeiten aber ich habe ehrlich gesagt auch keine Lust mein Leben lang hart an einer Beziehung zu arbeiten, nur damit sie eben für immer hält. Das heißt natürlich auch nicht, dass ich bei dem ersten Streit oder in schwierigeren Zeiten direkt aufgeben möchte. Sondern nur, dass ich Beziehungen die tot sind nicht mehr sinnlos in die Länge ziehen möchte. Denn das kostbarste was wir haben ist die Zeit. Und niemand weiß wie viel Zeit jeden überhaupt bleibt.

Ich weiß, dass sich das alles unglaublich unromantisch und viel zu sehr nach Kopf anstatt nach Herz und Bauch anhört. Aber genau das ist es nicht. Es ist eher das genaue Gegenteil. Für mich ist es wichtig in einer Beziehung, einem Flirt oder was auch immer das richtige Gefühl zu haben. Und das ist etwas an dem man auf gar keinen Fall arbeiten kann und auch auf gar keinen Fall arbeiten sollte. Ich glaube, dass manche Menschen mir eben für einen Abend gut tun, andere für ein paar Monate, einige Jahre, ein halbes Leben oder vielleicht ja tatsächlich unwahrscheinlicher Weise auch von jetzt an für immer. Aber das ist eben keine Voraussetzung für mich um überhaupt zu starten. Die Voraussetzung um zu starten ist, dass ich mich in der Situation gut fühle und glücklich bin. Und es stoppe wenn es mich nicht mehr glücklich macht. Und ich finde es super traurig wenn man eine Art Checkliste hat die man erstmal abhaken muss. Dieses muss er haben, dass darf auf gar keinen Fall sein und blablabla. Denn erstens werden dann sicher super viele, vielleicht doch ganz interessante Menschen durch das Raster fallen und zweitens kommt es am Ende ja eh immer anders als man denkt. Man kann das Leben nämlich nicht bis ins letzte Details planen.

Die nächste Frage ist, ob es wirklich möglich ist sein Leben lang einer Person treu zu sein und sich dabei auch dauerhaft gut zu fühlen. Ein ziemlich egoistischer Ansatz das Thema anzugehen, ich weiß. Allerdings kenne ich wirklich niemanden, der nicht zumindest einen seiner Partner zumindest schon mal im Kopf betrogen hat. Nicht jeder setzt seine Phantasien dann auch in die Tat um. Aber trotzdem stellt sich die Frage warum wir fast alle so bestrebt sind monogam zu leben, inklusive mir im übrigen, obwohl doch jeder zumindest ab und an schon mal darüber nachgedacht hat seinen Partner zu betrügen. Um es mal ganz hart zu formulieren.

Ich hatte bisher noch nie eine offene Beziehng und bin mir auch nicht sicher, ob so etwas für mich persönlich funktionieren könnte. Aber ich wurde eben auch schon hart betrogen und belogen und weiß wie beschissen sich das angefühlt hat. Und das obwohl ich selbst zu dem Zeitpunkt schon ziemlich durch war mit meinen Gefühlen und nicht zu 100% hätte versprechen können, dass ich treu gewesen wäre, wenn sich Gelegenheiten ergeben hätten in dieser Zeit. Ob es sich dann aber besser anfühlen würde, wenn es erlaubt wäre und nicht gelogen werden muss kann ich echt nicht sagen.

Vielleicht ist aber auch genau dann der Augenblick gekommen, an dem man eben stoppen muss und sich eingestehen sollte, dass es eben wieder nicht das Ding für die Ewigkeit war. Time to say goodbye….Und dass, das vielleicht auch gar nicht so schlimm ist. Das muss aber denke ich jeder für sich selbst entscheiden.

Ich würde mich wirklich freuen wenn Ihr Eure Gedanken zu diesem Thema mit mir teilen würdet. Gerne könnt ihr mich auch auf Instagram direkt anschreiben wenn Ihr es hier nicht so öffentlich machen wollt. Gerade bei solchen “brisanten” Themen interessiert mich natürlich total was Ihr darüber denkt. Wie eure Erfahrungen sind usw. Wart Ihr erfolgreich auf der Suche nach Mr. Right?

Ich freue mich auf Eure Nachrichten:-)

Bis bald

Marina


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